Zusammenfassung
Spanien ist nicht nur der größte Schweineproduzent der Europäischen Union, sondern auch ihr führender Hersteller von Mischfutter. Im Jahr 2024 produzierte das Land 38,8 Millionen Tonnen Mischfutter, wovon 46,87 % bzw. rund 18,2 Millionen Tonnen auf Schweinefutter entfielen. In diesem Umfeld mit hohem Produktionsvolumen und hohen Qualitätsstandards suchte ein mittelständisches Schweinefutterwerk in der Region Aragonien nach einer neuen Pelletieranlage, die eine in die Jahre gekommene Anlage ersetzte. Diese Anlage produzierte Pellets mit ungleichmäßiger Haltbarkeit und hatte Probleme mit der Durchsatzstabilität. Das Werk entschied sich für die Ringmatrizen-Pelletpresse SZLH420 von Hongyang Feed Machinery in Kombination mit speziell angefertigten HYPM-Ringmatrizen. Nach 18 Monaten Betrieb weist die Anlage einen Pellet-Haltbarkeitsindex (PDI) von konstant über 92 % und einen Durchsatz von 9–10 Tonnen Mastfutter pro Stunde (TPH) auf. Zudem wurden Verbesserungen bei der Futterverwertung in Partner-Schweinebetrieben dokumentiert. Dieser Fall veranschaulicht, wie Ringmatrizentechnik, die korrekte Abstimmung des Kompressionsverhältnisses und ein reaktionsschneller Kundendienst in einem reifen, wettbewerbsintensiven europäischen Futtermittelmarkt messbare Ergebnisse erzielen können.
1. Kontext: Spaniens Schweinefutterindustrie im Überblick
Um zu verstehen, warum diese Modernisierung so wichtig war, lohnt sich ein kurzer Blick auf Spaniens Position in der globalen Schweine- und Futtermittelproduktion. Laut dem spanischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) wurden in Spanien im Jahr 2024 53,88 Millionen Schweine geschlachtet – ein Anstieg von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Katalonien (22,4 Millionen Tiere), Aragonien (11,3 Millionen Tiere) und Kastilien und León (6,2 Millionen Tiere) trugen zusammen über 72 % zum nationalen Durchsatz bei. Spanien ist zudem der zweitgrößte Schweinefleischexporteur der Welt nach den Vereinigten Staaten und exportierte allein im ersten Quartal 2025 687.000 Tonnen.
Im Futtermittelbereich verzeichnete Spanien 2024 mit 38,8 Millionen Tonnen Mischfutter einen Anstieg von 1,5 % gegenüber 2023, während die Produktion EU-weit um 0,4 % zurückging (Daten des Europäischen Futtermittelherstellerverbands). Schweinefutter bleibt das dominierende Segment, und in Aragonien – Heimat von rund 4.618 Schweinezuchtbetrieben – stehen die Futtermittelwerke unter enormem Druck, eine gleichbleibende Pelletqualität zu liefern, da jede Abweichung in der Haltbarkeit oder Nährstoffhomogenität die Futterverwertungsrate (FCR) und damit die Rentabilität der Betriebe direkt beeinflusst.
2. Die Herausforderung: Veraltete Pelletieranlagen und inkonsistente PDI
Die betreffende Futtermühle – ein Familienbetrieb, der jährlich rund 60.000 Tonnen Schweinefutter, hauptsächlich für Mastschweine, produziert – betrieb eine Pelletieranlage, die seit über 12 Jahren in Betrieb war. Dabei traten drei spezifische Probleme auf:
Sinkende Pellet-Haltbarkeit. Der Pellet-Haltbarkeitsindex (PDI), ein Standardmaß für die Haltbarkeit von Pellets beim Transport und der Handhabung bis zur Verfütterung an das Tier, ist bei den Standard-3,5-mm-Aufzuchtfutterpellets des Werks auf 86–88 % gesunken. Branchenweit gilt ein PDI-Wert von 92 % als optimal; darunter führt die übermäßige Entstehung von Feinanteilen beim pneumatischen Fördern und Verladen zu messbaren wirtschaftlichen Verlusten. Untersuchungen von Metalteco und anderen Geräteherstellern bestätigen, dass jeder Prozentpunkt PDI-Verlust in der Regel zu mehr Feinanteilen führt, die sowohl Rohmaterialverluste als auch eine reduzierte Futteraufnahme im Betrieb bedeuten.
Instabiler Durchsatz. Die Fördermenge schwankte je nach Rohmaterialfeuchte und Chargenrezeptur zwischen 6 und 9 Tonnen pro Stunde, was eine zuverlässige Produktionsplanung unmöglich machte. Dies lag zum Teil an der Motorlast und zum Teil an verschlissenen Ringdüsenbohrungen, die das vorgesehene Kompressionsverhältnis nicht mehr einhielten.
Steigende Energiekosten. Da die Strompreise für die spanische Industrie zu den höchsten in Südeuropa zählen, stieg der spezifische Energieverbrauch des Werks – gemessen in kWh pro Tonne pelletiertem Futtermittel – kontinuierlich an, da die alte Matrize höhere Motorlasten erforderte, um das Material durch teilweise verformte Löcher zu pressen.
Der Werksleiter legte drei Ziele für jede neue Pelletieranlage fest: PDI >= 92 % bei Standard-Schweinemastfutterrezepturen; stabiler Durchsatz >= 8 TPH über alle Schweinefutterchargen hinweg; und Gesamtbetriebskosten (TCO), die sich innerhalb von 24 Monaten gegenüber den steigenden Wartungs- und Energiekosten der alten Anlage amortisieren würden.
3. Geräteauswahl und technische Konfiguration
Nach Auswertung der Angebote von drei Lieferanten entschied sich die Mühle für die Ringmatrizen-Pelletpresse SZLH420 von Hongyang Feed Machinery, kombiniert mit Ringmatrizen der HYPM-Serie aus hochchromlegiertem Stahl (entspricht der Güteklasse 420SS, Oberflächenhärte 58-62 HRC nach Vakuumwärmebehandlung).
Auswahl des Kompressionsverhältnisses für Ringmatrizen. Für Futtermittelrezepturen für die Schweinemast – typischerweise bestehend aus 60–65 % Getreide (Mais, Gerste, Weizen), 20–25 % Sojaschrot und dem Rest an Ballaststoffen, Mineralien und Zusatzstoffen – liegt das optimale Kompressionsverhältnis für Ringmatrizen im Bereich von 8:1 bis 10:1. Ballaststoffreiche Schweinefutterrezepturen mit einem hohen Anteil an Gerste oder Weizenkleie erfordern eine höhere Kompression, um ausreichend Reibungswärme für die Stärkeverkleisterung und -bindung zu erzeugen. Das Ingenieurteam von Hongyang empfahl auf Basis der tatsächlichen Rezepturdaten des Kunden ein Kompressionsverhältnis von 9:1 mit einem Lochdurchmesser von 3,5 mm, einer effektiven Lochlänge von 31,5 mm und einer Matrizenarbeitsbreite von 140 mm. Diese Spezifikation zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen Pellethärte und Durchsatz zu schaffen und eine Überkompression zu vermeiden, die zu Verstopfungen der Matrize, übermäßiger Motorbelastung und Hitzeschäden an hitzeempfindlichen Futterzusatzstoffen wie Enzymen und synthetischen Aminosäuren führen kann.
Werkstoff und Härtung der Matrize. Die gewählte HYPM-Ringmatrize besteht aus einer vakuumgehärteten Legierung mit einer Oberflächenhärte von 60 HRC und einer Einsatzhärtungstiefe von 1,5 mm. Diese Werkstoffwahl beruhte auf der abrasiven Natur des Rohmaterials des spanischen Kunden, das unter anderem lokal angebaute Gerste mit hohem Siliziumdioxidgehalt aufgrund von Bodenverunreinigungen enthielt. Standard-Matrizen aus Kohlenstoffstahl zeigten unter vergleichbaren Betriebsbedingungen bereits nach 3.000–4.000 Betriebsstunden einen beschleunigten Bohrungsverschleiß; die HYPM-Legierung ist für 5.000–6.000 Stunden unter vergleichbarer Abriebbelastung ausgelegt.
Antrieb und Konditionierung der Pelletpresse. Die SZLH420 ist mit einem 110-kW-Hauptmotor ausgestattet, der die Ringmatrize über ein robustes Getriebe mit Schrägverzahnung antreibt. Dieses Getriebe ist für den Dauerbetrieb mit einer Matrizendrehzahl von 250–350 U/min ausgelegt. Vorgeschaltet sorgt ein zweilagiger Konditionierer mit einer Verweilzeit von 45–90 Sekunden (einstellbar über den Paddelwinkel) für eine Dampfkonditionierung bei 80–85 °C. Dadurch wird ein Restfeuchtegehalt von 15–17 % und ein Stärkeverkleisterungsgrad von 30–35 % erreicht – beides optimale Werte für die Pelletierung von Schweinefutter.
4. Installation, Inbetriebnahme und erste Ergebnisse
Die gesamte Installation – von der Demontage der alten Anlage bis zur ersten Produktion auf der SZLH420 – wurde innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen. Dieser Zeitrahmen wurde durch die modulare Bauweise des Pelletiermaschinenrahmens von Hongyang ermöglicht, der auf einer vornivellierten Stahlplattform steht und keine Modifikation des gegossenen Betonfundaments erfordert.
Die Inbetriebnahmedaten der ersten 30 Betriebstage zeigten Folgendes:
Durchsatz (Pflanzennahrung, 3,5 mm): Zielwert ≥ 8 t/h, Istwert (30-Tage-Durchschnitt): 9,3 t/h
PDI (Tumble-Box-Methode): Zielwert >= 92 %, Istwert: 93,2 %
Spezifischer Energieverbrauch: Zielwert ≤ 16 kWh/t, Istwert: 14,8 kWh/t
Rücklaufquote der Bußgelder: Zielwert ≤ 5 %, Istwert: 3,1 %
Feuchtigkeit nach der Konditionierung: Zielwert 15-17 %, Istwert: 16,2 %
Stärkeverkleisterung: Zielwert 30-35 %, Istwert: 33,6 %
Das PDI-Ergebnis war besonders aussagekräftig. Mit einem Anteil von 93,2 % produzierte das Werk Pellets, die den Transport durch den Becherwerksförderer, die Rotationssiebanlage und die 25 Meter lange pneumatische Förderanlage zu den Fertigproduktsilos – und vor allem die 80 bis 120 Kilometer lange LKW-Fahrt zu den belieferten Schweinefarmen – unbeschadet überstanden. Die Mitarbeiter des Werks berichteten, dass sich die Feinanteile in den Lieferwagen im Vergleich zur alten Anlage um etwa 40 % reduziert hatten.
5. Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Betrieb: Warum die Pelletqualität für die Leistung von Schweinen wichtig ist
Der ultimative Test für Pelletieranlagen findet nicht in der Futtermühle, sondern im Schweinestall statt. Für Schweinehalter beeinflusst die Pelletqualität direkt drei wirtschaftliche Faktoren:
Futteraufnahme und Wachstumsrate. Studien belegen übereinstimmend, dass Schweine, die mit hochverdaulichen Pellets mit minimalem Feinanteil gefüttert werden, eine höhere durchschnittliche tägliche Futteraufnahme (ADFI) und eine höhere durchschnittliche tägliche Zunahme (ADG) erzielen als Tiere, die Mehl oder Krümelpellets mit hohem Feinanteil erhalten. Der Mechanismus ist einfach: Feinanteile erhöhen die Futterverschwendung, verringern die Schmackhaftigkeit und führen dazu, dass die Schweine mehr Zeit mit dem Sortieren des Futters verbringen, anstatt es zu fressen. Für die Kunden der Aragon-Mühle – hauptsächlich Mastbetriebe mit 2.000 bis 5.000 Tieren pro Standort – machen die Futterkosten 60 bis 70 % der gesamten Produktionskosten aus, sodass selbst kleine Verbesserungen der Futterverwertung wirtschaftlich sinnvoll sind.
Gleichmäßige Nährstoffversorgung. Gut hergestellte Pellets gewährleisten, dass jeder Bissen das vom Ernährungswissenschaftler festgelegte vollständige Nährstoffprofil enthält. Zerfallen Pellets beim Transport in feine Partikel, sammeln sich diese am Boden des Futtertrogs, während die intakten Pellets oben liegen bleiben. Dadurch entstehen im selben Trog effektiv zwei unterschiedliche Futtermittel. Diese Trennung beeinträchtigt die präzise Ernährung, die die moderne Schweinegenetik erfordert.
Darmgesundheit und Futterhygiene. Die Kombination aus Feuchtigkeit, Temperatur und Druck während der Pelletierung bewirkt eine teilweise Reduzierung der Keimbelastung, einschließlich häufiger futterbedingter Krankheitserreger. Obwohl die Pelletierung kein Sterilisationsschritt ist, stellt das thermische Verfahren eine zusätzliche Hygienebarriere dar, die die Biosicherheitsmaßnahmen im landwirtschaftlichen Betrieb ergänzt.
Innerhalb von sechs Monaten nach der Modernisierung der Pelletieranlage des Werks berichteten zwei der größten Vertragsbetriebe über eine Verbesserung der Futterverwertung (FCR) um 0,08–0,12 Punkte in der Mastphase (30–70 kg Körpergewicht). Dies entspricht einer geschätzten Futtereinsparung von 8–12 kg pro Schwein in dieser Wachstumsphase. Der Produktionsleiter des Werks führt dies nicht allein auf die Modernisierung der Anlage zurück, sondern auch auf die Kombination aus verbesserter Pelletierstabilität und der Entscheidung des Werks, die prozessbegleitenden Qualitätskontrollen an einer von Hongyang gelieferten Anlage zu intensivieren, die eine gleichmäßigere Produktion ermöglichte.
6. Kundendienst als Wettbewerbsvorteil
Ein Aspekt der Zusammenarbeit mit Hongyang, den der spanische Kunde als entscheidend hervorhob, war die Verfügbarkeit von technischem Support auch nach der Erstinstallation. Bei Ringmatrizen-Pelletpressen ist die Ringmatrize selbst ein Verschleißteil, das alle 5.000 bis 6.000 Betriebsstunden ausgetauscht werden muss (abhängig von der Abrasivität des Rohmaterials und der Wartung durch den Bediener). Hongyang hält Ersatz-Ringmatrizen aus HYPM mit Standard-Kompressionsverhältnissen und Lochdurchmessern für die SZLH420 vorrätig und bietet kundenspezifische Matrizenkonstruktionen für Pressen mit nicht standardmäßigen Rezepturen an.
Beim ersten Werkzeugwechsel nach ca. 5.200 Betriebsstunden stieß das Wartungsteam des Kunden auf ein kleineres Ausrichtungsproblem, verursacht durch ungleichmäßiges Anzugsmoment der Schrauben an der Werkzeugklemmung. Die Techniker von Hongyang leisteten innerhalb von 24 Stunden per Video-Fernunterstützung Hilfestellung und führten das Team durch eine Anzugssequenz, die das Problem ohne Produktionsausfall von mehr als einer Schicht behob. In einer Branche, in der ein 24-stündiger Stillstand in einem Werk mit einer Jahreskapazität von 60.000 Tonnen einen Produktionsausfall von 150 bis 200 Tonnen bedeuten kann, haben die Schnelligkeit und Qualität der Fernunterstützung einen spürbaren wirtschaftlichen Wert.
Der Kunde hat daraufhin eine zweite HYPM-Ringdüse mit einem leicht modifizierten Kompressionsverhältnis (9,5:1) für eine neue Charge Mastfutter mit höherem Gerstenanteil bestellt – eine Rezepturanpassung aufgrund der saisonalen Rohstoffverfügbarkeit im Ebro-Tal. Hongyangs Bereitschaft, kundenspezifische Einzeldüsen herzustellen, anstatt Mindestbestellmengen von fünf oder mehr zu verlangen, war, in den Worten des Kunden, „der entscheidende Unterschied zwischen einem Lieferanten und einem Partner“.
7. Schlussfolgerung
Der spanische Markt für Schweinefutter zählt zu den anspruchsvollsten weltweit – er zeichnet sich durch hohe Produktionsmengen, Preissensibilität und hohe technische Anforderungen aus. Für Gerätehersteller, die in diesen Markt einsteigen oder expandieren möchten, stellen sich nicht nur kommerzielle, sondern auch technische Hürden: Pelletbeständigkeit, gleichbleibender Durchsatz, Energieeffizienz und Kundendienst sind die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.
Die Ringmatrizen-Pelletpresse SZLH420 und das Ringmatrizensystem HYPM von Hongyang Feed Machinery haben bewiesen, dass eine in China gefertigte Pelletieranlage der Mittelklasse die Leistungserwartungen eines qualitätsorientierten europäischen Futtermittelherstellers erfüllen oder sogar übertreffen kann. Die Kombination aus optimaler Kompressionsverhältnis-Optimierung, hochwertigem Matrizenmaterial und reaktionsschnellem technischen Support führte zu messbaren Ergebnissen: einem PDI-Wert von über 93 %, einem Durchsatz von 9–10 Tonnen pro Stunde, einem Energieverbrauch von 14,8 kWh/t und einer verbesserten Futterverwertung, die sich positiv auf die Rentabilität von Schweinehaltern auswirkt.
Für Futtermittelhersteller, die Pelletieranlagen evaluieren, verdeutlicht der Fall Aragon drei Grundsätze, die bei jeder Beschaffungsentscheidung berücksichtigt werden sollten: Erstens, investieren Sie die Zeit, um das Kompressionsverhältnis der Ringdüse an Ihre tatsächlichen Rezepturen anzupassen, anstatt sich auf generische Spezifikationen zu verlassen; zweitens, behandeln Sie die Kundendienstfähigkeit als Auswahlkriterium, das dem Preis und den technischen Spezifikationen gleichwertig ist; und drittens, messen Sie die Leistung der Anlagen nicht anhand des Datenblatts, sondern anhand der Futterverwertungsergebnisse direkt beim landwirtschaftlichen Betrieb – denn dort beweist jede Anlage letztendlich ihren Wert.
Veröffentlichungsdatum: 10. Juni 2026










